
Kaum etwas verunsichert so sehr wie die Kommasetzung. Viele Autor*innen stöhnen schon beim Gedanken daran: zu viele Regeln, zu viele Ausnahmen! Doch die gute Nachricht ist: Du musst nicht jede Feinheit auswendig können. Mit ein paar Grundprinzipien hast du 80 Prozent aller Fälle im Griff.
In dieser Mini-Anleitung zeige ich dir die häufigsten Stolperfallen – mit einfachen Regeln und klaren Beispielen, die du sofort anwenden kannst.
Grundregel: Das Komma trennt Einheiten
Kommas sind keine Schikane, sondern machen Texte übersichtlicher. Sie helfen dabei, Haupt- und Nebensätze, Einschübe und Aufzählungen zu strukturieren.
Merke:
➡️ Es gibt Pflichtkommas, die immer gesetzt werden müssen.
➡️ Und es gibt Kann-Kommas, die optional sind und für Lesefreundlichkeit sorgen.
1. Komma bei Aufzählungen
Regel: Wörter, Wortgruppen oder Sätze in einer Reihe trennt man mit Komma.
Ausnahme: Vor „und“ oder „oder“ steht kein Komma – außer es folgt ein Nebensatz.
✅ „Wir brauchen Äpfel, Birnen und Trauben.“
✅ „Sie lachte, sie weinte, und sie sang, als hätte sie nie zuvor gesungen.“
❌ Falsch: „Wir brauchen Äpfel, Birnen, und Trauben.“
2. Komma bei Nebensätzen
Regel: Nebensätze werden durch Kommas abgetrennt. Sie erkennst du oft an Wörtern wie weil, dass, wenn, obwohl.
✅ „Ich freue mich, weil du kommst.“
✅ „Er sagte, dass er morgen Zeit hat.“
3. Komma bei Infinitivgruppen
Hier stolpern viele.
Regel: Infinitive mit zu brauchen manchmal ein Komma – aber nicht immer.
➡️ Komma immer, wenn die Infinitivgruppe eingeleitet wird durch: um, ohne, statt, anstatt, außer, als.
✅ „Sie ging, ohne ein Wort zu sagen.“
✅ „Er beschloss, statt zu arbeiten, lieber spazieren zu gehen.“
➡️ In anderen Fällen ist es ein Kann-Komma, z. B. zur Verdeutlichung:
✅ „Es ist schwer(,) das zu glauben.“ – Beides korrekt.
4. Komma bei Einschüben und Appositionen
Regel: Zusätze oder Einschübe werden durch Kommas abgetrennt.
✅ „Frau Müller, unsere Nachbarin, ist Ärztin.“
✅ „Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, liegt an der Spree.“
5. Komma bei Konjunktionen
Regel: Bei entgegengesetzten Konjunktionen (aber, sondern, doch) steht ein Komma.
✅ „Ich wollte gehen, aber es regnete.“
✅ „Das ist nicht teuer, sondern sogar ein Schnäppchen.“
Typische Irrtümer
❌ „Vor ‚und‘ steht nie ein Komma.“
➡️ Doch! Beispiel: „Sie lachte, und als er den Raum betrat, wurde sie still.“
❌ „Lieber ein Komma zu viel als zu wenig.“
➡️ Falsch. Ein überflüssiges Komma stört den Lesefluss.
Beispiel:
❌ „Das Haus, ist groß.“
✅ „Das Haus ist groß.“
Fazit: Komma leicht gemacht
👉 Ein gutes Lektorat sorgt nicht nur für korrekte Kommas, sondern auch für Stil, Klarheit und Wirkung.
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Wer schreibt hier?
Ich bin Kerstin Salvador, zertifizierte freie Lektorin ADM (Akademie der Medien) und mit meinem Lektorat Salvador seit 2011 selbstständig.
Als Lektorin kümmere ich mich darum, Fach- und Sachbüchern den letzten Schliff zu verleihen, damit sie gut lesbar sind und sich darin keine Schreibfehler als Aufmerksamkeitsvampire verstecken.
Ich kenne übrigens auch die andere Seite des Schreibtisches: Als Autorin schreibe ich Lehrwerke für Deutsch als Fremdsprache und übersetze auch aus dem Italienischen. Leseratte war ich schon als Kind und habe deshalb gleich nach der Schule Buchhändlerin gelernt.
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3 Responses
Liebe Kerstin! Ha, da habe ich was gelernt. Bisher kannte ich die Kann-Regel bei Infinitiv-Gruppen nicht! Danke fürs Aufmerksam-Machen. Liebe Grüße, Sandra
So eine Kann-Regel ist doch beruhigend. Damit kannst du nichts falsch machen. Danke fürs Kommentieren!
Liebe Grüße
Kerstin
Sehr praktische Liste. Mir gehen vor allem überflüssige Kommas beim Lesen richtig schräg runter. Manchmal tauchen die an den aberwitzigsten Stellen auf. Diesen Artikel werde ich mir mal abspeichern 🙂 Ich muss vor allem bei der Infinitivgruppe oft nochmal nachdenken 😉
Und das Beitragsbild ist ganz fantastisch!
Liebe Grüße
Angela