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Korrekturmodus in Word in 7 Schritten erklärt

Du bekommst ein lektoriertes Dokument zurück und siehst nur noch rote Striche, Unterstreichungen und Kommentare? Keine Panik. Das ist der Korrekturmodus – und er ist dein Freund.

Hier erkläre ich dir in sieben Schritten, wie du ihn aktivierst, nutzt und wieder deaktivierst.

1. Korrekturmodus oder Änderungen nachverfolgen – was ist der Unterschied?

Der Korrekturmodus in Word und „Änderungen nachverfolgen“ bezeichnen dieselbe Funktion. Weitere Begriffe dafür sind: Korrekturnachverfolgung, Änderungsmodus oder Änderungsnachverfolgung. Sie alle meinen dasselbe: die Kenntlichmachung von Korrekturen in einem Word-Dokument. In Word selbst heißt die Funktion Änderungen nachverfolgen.

2. Wozu dient der Korrekturmodus?

Mit Änderungen nachverfolgen wird jeder Eingriff in den Text sichtbar. Gelöschte Wörter werden durchgestrichen, Einfügungen unterstrichen dargestellt. Formatänderungen erscheinen in der rechten Seitenspalte.

Das dient der Transparenz: Wenn ich ein Manuskript lektoriere, können meine Kund*innen jeden Eingriff nachvollziehen – und selbst entscheiden, was sie annehmen und was nicht. Keine Änderung ohne Einwilligung.

Du kannst den Modus auch für die Zusammenarbeit mit anderen nutzen: Jede Person bekommt eine eigene Farbe, alle Änderungen bleiben sichtbar und besprechbar.

3. Korrekturmodus aktivieren

Gehe in Word auf den Reiter Überprüfen. Klicke auf den kleinen Pfeil neben Änderungen nachverfolgen und dann im Auswahlmenü auf Änderungen nachverfolgen. Das Feld wird blau markiert – der Modus ist aktiv. Nochmaliges Klicken deaktiviert ihn.

Wichtig: Prüfe vor dem Korrigieren, ob der Modus wirklich aktiv ist. Rückwirkend lassen sich Korrekturen nicht mehr als solche kennzeichnen.

Hier kannst du den Korrekturmodus aktivieren.

4. Änderungen anzeigen oder ausblenden

Ein lektorierter Text kann auf den ersten Blick überwältigend aussehen – rot unterkringelt, durchgestrichen, voller Anmerkungen. Das sieht meist schlimmer aus, als es ist.

Unter dem Reiter Markup kannst du wählen:

  • Markup: alle – alle Korrekturen sichtbar
  • Markup: keine – korrigierter Text ohne Markierungen, gut zum Lesen
  • Original – deine ursprüngliche Version

Du kannst jederzeit zwischen diesen Ansichten wechseln, ohne etwas zu verändern.

Wechsle zwischen Markup: alle und Markup: keine, um die Korrekturen ein- oder auszublenden.

5. Änderungen annehmen oder ablehnen

Gehe die Korrekturen einzeln durch:

  • Annehmen und weiter – du stimmst der Änderung zu
  • Ablehnen und weiter – du lehnst sie ab
  • Alle Änderungen annehmen – du nimmst alles auf einmal an

Wenn du deiner Lektorin vertraust und mit der Überarbeitung einverstanden bist, ist „Alle Änderungen annehmen“ der schnellste Weg. Alle Markierungen verschwinden, der fertige Text bleibt.

Du hast die Möglichkeit, die Korrekturen einzeln durchzugehen und anzunehmen oder abzulehnen, oder sie mit Alle Änderungen annehmen komplett anzunehmen.

6. Kommentare einfügen und verwalten

Markiere ein Wort oder einen Satz und klicke auf Neuer Kommentar. Der Kommentar erscheint in der Seitenspalte. Ich nutze die Kommentarspalte für stilistische Vorschläge, Rückfragen oder Erläuterungen zu meinen Entscheidungen.

Mit Vorheriges Element und Nächstes Element navigierst du durch alle Kommentare und kannst direkt antworten.

Hinweis für Microsoft 365-Nutzer*innen: In neueren Versionen kannst du Kommentare als „Erledigt“ markieren, ohne sie zu löschen. Der Kommentar bleibt sichtbar, wird aber ausgegraut. Das ist praktisch, wenn du Korrekturen schrittweise durcharbeitest und den Überblick behalten möchtest.

Hier kannst du Kommentare einfügen, sie dir anzeigen lassen und durch die Kommentare navigieren.

7. Korrekturmodus deaktivieren

Klicke erneut auf Änderungen nachverfolgen im Reiter „Überprüfen“. Die blaue Markierung verschwindet – ab jetzt werden keine neuen Änderungen mehr verfolgt.

Klick erneut auf Änderungen nachverfolgen, um den Korrekturmodus zu deaktivieren.

Fazit

Der Korrekturmodus ist das wichtigste Werkzeug für die transparente Zusammenarbeit an Texten. Er schützt dich als Autor*in: Keine Änderung passiert ohne deine Einwilligung. Und er macht das Durcharbeiten eines lektorierten Manuskripts deutlich übersichtlicher, als es auf den ersten Blick wirkt.

Häufige Fragen zum Korrekturmodus in Word

Was ist der Korrekturmodus in Word? Der Korrekturmodus – in Word „Änderungen nachverfolgen“ genannt – macht alle Eingriffe in einen Text sichtbar. Löschungen erscheinen durchgestrichen, Einfügungen unterstrichen. So können mehrere Personen gemeinsam an einem Dokument arbeiten, ohne dass Änderungen verloren gehen oder unbemerkt bleiben.

Wo finde ich den Korrekturmodus in Word? Im Reiter Überprüfen, Bereich „Nachverfolgung“. Klicke auf den Pfeil neben Änderungen nachverfolgen und aktiviere die Funktion. Das Feld wird blau markiert, wenn der Modus aktiv ist.

Was passiert, wenn ich einen Kommentar annehme und er verschwindet? Wenn du eine Änderung annimmst, an der ein Kommentar hängt, verschwindet der Kommentar mit. Lösung: In neueren Microsoft 365-Versionen kannst du Kommentare als „Erledigt“ markieren, bevor du die Änderung annimmst – dann bleibt der Kommentar ausgegraut erhalten. Alternativ: Dokument vor dem Annehmen als separate Version speichern.

Kann ich alle Änderungen auf einmal annehmen? Ja. Unter Überprüfen → Annehmen → Alle Änderungen annehmen nimmst du alle Korrekturen auf einmal an. Alle Markierungen verschwinden und der fertige Text bleibt übrig.

Funktioniert der Korrekturmodus auch auf dem Mac? Ja. Die Funktion heißt auch dort „Änderungen nachverfolgen“ und ist unter dem Reiter Überprüfen zu finden. Die Benutzeroberfläche kann je nach Word-Version leicht abweichen, die Grundfunktionen sind identisch.


Wer schreibt hier?

Ich bin Kerstin Salvador, zertifizierte freie Lektorin ADM und seit 2011 selbstständig mit meinem Lektorat Salvador.

Der Korrekturmodus ist mein tägliches Handwerkszeug. Ich schicke diesen Artikel meinen Kund*innen, damit sie wissen, was sie erwartet – und sich nicht erschrecken, wenn ihr Manuskript plötzlich voller roter Markierungen ist.

Du möchtest mit mir arbeiten?

6 Responses

  1. Liebe Kerstin,
    vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Perfekt, um ihn anzuhängen, wenn ein Kunde wegen der viiiielen roten Anmerkungen fast vom Stuhl fällt.
    Schöne Grüße nach Berlin
    Ulrike

    1. Vielen Dank, liebe Ulrike. Ich habe ihn auch geschrieben, damit ich ihn meinen Kund*innen gleich mitschicken kann zur Erklärung. Ich freue mich, wenn du ihn auch teilst.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Liebe Kerstin,
    ein sehr hilfreicher Artikel! Wenn ich lektoriere, arbeite ich auch im Änderungen-nachverfolgen-Modus.

    Ich habe gleich mal eine Frage, da ich momentan in der Lektoratsphase meines Romans auf der anderen Seite sitze. Wenn ein Teil eines gestrichenen Satzes markiert ist und einen Kommentar enthält, verschwindet der Kommentar zusammen mit dem Satz, sobald ich die Änderung annehme, den Satz also lösche. Lieber wäre es mir, ich könnte den Kommentar behalten und als „erledigt“ markieren. Weißt du, ob es da irgendeine Möglichkeit gibt? Also außer dass ich den Kommentar kopiere und an ein neues, nicht gestrichenes Wort neu dranhänge?

    1. Liebe Birgit,
      danke für deine Frage. Hab es mir gerade mal angesehen. Es stimmt, sobald man die Korrektur annimmt, verschwindet auch der dazugehörige Kommentar. Mir fällt dazu auch nur der Hilfsversuch ein, den Kommentar an ein anderes Wort anzuhängen. Oder eben die Version mit den Kommentaren vor dem Annehmen gesondert abzuspeichern.
      Es gibt unter Word-Optionen die Möglichkeit, Einstellungen zu personalisieren. Das habe ich aber bisher nicht getan, sondern arbeite mit den Standardeinstellungen.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  3. Ich finde es großartig, wie du das beschrieben hast. Es gibt mir einen Text an die Hand, mit dem ich Korrekturen machen kann. Damit kann ich getrost meinen geliebten Rotstift aus der Hand legen. Danke! Gibt es irgendwelche Literatur, wo ich das vertiefen kann?

    1. Vielen Dank für dein Feedback. Das freut mich sehr, wenn meine Erklärung hilft. Literatur kenne ich dazu nicht, ich hab es aus meiner Erfahrung damit aufgeschrieben, aber bestimmt gibt es dazu YouTube-Tutorials. Einfach mal suchen.
      Viele Grüße
      Kerstin

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