
Ich wollte vor Menschen sprechen.
Frei sprechen. Und mich dabei wohlfühlen.
Das war mein Ziel im Rahmen von #FrauenStärken #WorkingOutLoud.
Und ganz ehrlich: Es war nicht nur ein Ziel – es war auch eine Herausforderung. Eine, bei der ich lange nicht sicher war, ob ich sie wirklich meistern kann.
Ich hatte schon so viel ausprobiert.
Und gleichzeitig das Gefühl: Da geht noch mehr. Oder vielleicht eher: Da steckt noch etwas, das ich noch nicht richtig verstanden habe.
Der Moment, in dem sich etwas verschoben hat
In einer Coaching-Session mit Claudia Schmidtke, die zertifizierte Gallup-Coach ist und mit mir im Circle ist, habe ich mich noch einmal intensiv mit meinen CliftonStrengths beschäftigt.
Ich kannte meine Stärken ja schon.
Dachte ich zumindest.
Was wir dann gemacht haben, war etwas anderes.
Wir haben uns nicht nur angeschaut, welche Stärken ich habe –
sondern wie sie sich konkret in meinem Leben zeigen.
Und vor allem einen Abschnitt im Report haben wir ganz genau gelesen:
„Warum Ihr Talentthema einzigartig ist.“
Und plötzlich ging es nicht mehr um allgemeine Beschreibungen.
Es ging um mich.

Was ich über mich verstanden habe
Da stand zum Beispiel, dass ich Menschen ermutige, dass ich ihre Entwicklung sehe, dass ich ihnen Vertrauen schenke.
Ich habe das gelesen – und gleichzeitig Situationen vor Augen gehabt:
Gespräche mit Autor:innen.
Rückmeldungen, die mehr waren als Korrekturen.
Momente, in denen jemand durch meine Worte sicherer geworden ist.
Oder meine Positive Einstellung:
Dass ich andere stärke, ihnen Zuversicht gebe – das war mir so nicht bewusst. Für mich war das „einfach normal“.
Und genau das war einer der größten Aha-Momente:
Meine Stärken sind für mich so selbstverständlich, dass ich ihren Wert lange unterschätzt habe.
Die andere Seite: meine blinden Flecken
Wir haben aber nicht nur auf das geschaut, was gut läuft.
Sondern auch auf die Stellen, an denen meine Stärken kippen können.
Mein Verantwortungsgefühl zum Beispiel.
Es macht mich zuverlässig, verbindlich, gründlich.
Und gleichzeitig führt es dazu, dass ich manchmal zu viel übernehme.
Oder meine Höchstleistung:
Der Wunsch, Dinge wirklich gut zu machen.
Eine große Stärke – und gleichzeitig ein innerer Druck, der mich manchmal davon abhält, Dinge einfach „gut genug“ sein zu lassen.
Und auch mein Einfühlungsvermögen:
Es hilft mir, Menschen wirklich zu verstehen.
Aber es kostet auch Energie.
Diese Perspektive war unglaublich hilfreich, weil sie etwas verschoben hat:
Es geht nicht darum, meine Stärken zu verändern – sondern bewusster mit ihnen umzugehen.

Und dann wurde es konkret
Der spannendste Teil kam, als wir angefangen haben, meine Stärken mit konkreten Situationen zu verknüpfen.
Zum Beispiel mit meinem #FrauenStärken #WOL-Ziel.
Ich wollte vor Menschen sprechen.
Und ich dachte lange, ich müsste dafür jemand werden, der ich noch nicht bin.
Aber dann habe ich verstanden:
Ich habe meine Stärken längst dafür genutzt.
- Meine Bindungsfähigkeit hat mir Sicherheit auf der Bühne gegeben.
- Meine Positive Einstellung hat mir Mut gemacht.
- Mein Fokus hat dafür gesorgt, dass ich drangeblieben bin.
- Mein Einfühlungsvermögen hat mir geholfen, meine eigene Nervosität besser zu verstehen – und anzunehmen.
Ich habe mich nicht verändert.
Ich habe angefangen, mich besser zu nutzen.

Was ich daraus mitnehme
Diese Session hat mir etwas sehr Einfaches – und gleichzeitig sehr Grundlegendes gezeigt:
Ich muss nicht an meinen Schwächen arbeiten, um voranzukommen.
Ich darf meine Stärken bewusster einsetzen.
Und vielleicht noch wichtiger:
Ich darf aufhören, sie kleinzureden.
Und du?
Kennst du deine Stärken?
Ich meine nicht die Liste – sondern wirklich:
- Wie sie sich in deinem Alltag zeigen
- Wie sie dir helfen
- Und wo sie dich vielleicht auch bremsen
Für mich war das einer der ehrlichsten und gleichzeitig stärksten Perspektivwechsel der letzten Zeit.
Und vielleicht ist genau das der Anfang:
Nicht besser werden zu wollen.
Sondern klarer zu sehen, was längst da ist.

Wer schreibt hier?
Ich bin Kerstin Salvador – freie Lektorin, Autorin und leidenschaftliche Begleiterin von Menschen und ihren Texten.
Seit 2011 unterstütze ich mit meinem Lektorat Fach- und Sachbücher dabei, klar, verständlich und rund zu werden – ohne dass sich Schreibfehler als kleine Aufmerksamkeitsvampire einschleichen.
Was mich dabei besonders prägt: Ich kenne beide Seiten.
Ich arbeite nicht nur als Lektorin, sondern schreibe selbst Lehrwerke für Deutsch als Fremdsprache und übersetze aus dem Italienischen. Und vielleicht noch wichtiger: Ich weiß, wie viel Herzblut, Zweifel und Entwicklung in einem Text stecken können.Genau deshalb ist Lektorat für mich mehr als Korrekturen.
Es ist auch ein Raum, in dem Ideen wachsen dürfen – und Autor:innen in ihre eigene Stärke finden.Du suchst eine Lektorin, die nicht nur deinen Text, sondern auch dich im Schreibprozess unterstützt?
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