schwarz-weiß-Foto einer Frau mit Schal auf einer Brücke

Für das Jahr 2023 soll der § 3 des kölschen Grundgesetzes „Et hätt noch immer jot jejange“ mein Motto und ständiger Begleiter sein und mir in unsicheren Zeiten Mut machen.

Als Rheinländerin ist mir dieser wunderbar tröstliche Spruch sehr vertraut. Er hilft mir, angesichts der Weltlage mit nicht enden wollenden Krisen, nicht zu verzagen. Und er schenkt Vertrauen, wenn ich an mir und meinen Zielen zweifle und sich negative Glaubenssätze breit machen wollen.

„Fott damit!“, wie der Kölner so schön sagt. „Et hätt noch immer jot jejange.“ Mach dir keine Sorgen, es geht immer irgendwie weiter. Die Welt wird sich weiter drehen. Es ist schon immer gut gegangen. Was soll schon passieren?

Ich bin leider oft ein ängstlicher Mensch und möchte das gerne ändern. Dieser schöne Spruch hängt nun neben meinem Schreibtisch und wird mir helfen, meine Energie nicht in Zweifel zu verschwenden, sondern mutig und kraftvoll meine Ziele zu verfolgen. Fokussiert nach vorne schauen und positiv denken. Es wird schon gut gehen. Et hätt noch immer jot jegange!

Warum ist es gerade dieses Motto für 2023?

Für 2023 habe ich mir diesen liebevollen kölschen Spruch als Motto gewählt. Wer schon einmal am Kölner Flughafen gelandet ist, liest beim Aussteigen die kölschen Grundgesetze auf einer Glaswand: „Et es wie et es“, „Et kütt wie et kütt“ oder „Et bliev nix wie et wor“. Insgesamt sind es elf mundartliche Redensarten, die Konrad Beikircher in seinem Buch „Et kütt wie et kütt“ zusammengefasst hat. Mir zaubern diese rheinischen Lebensweisheiten immer ein Lächeln ins Gesicht.

Warum habe ich mir gerade „Et hätt noch immer jot jejange“ als Motto gewählt? Es kam mir beim Schreiben meines Jahresrückblicks sehr spontan in den Sinn. Ich musste darüber nicht lange nachdenken und damit war klar, es ist mein Motto und es fühlt sich für mich richtig an.

Wir erleben gerade eine Welt des Umbruchs mit so vielen Krisen und Unsicherheit. Für mich ist es immer wichtig, eine gewisse Sicherheit zu spüren und mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen. Daraus ziehe ich Kraft und kann wachsen. Gerät der Boden aber unter mir ins Schwanken und ich verliere den Halt, gerate ich schnell in Panik. Das mag ich gar nicht haben. „Et hätt noch immer jot jejange“ ist so ein weiser Spruch, der auch so viel Humor beinhaltet. Nimm es nicht so schwer, hab Vertrauen, alles wird gut. Auch, wenn gerade alles Murks ist und wir nicht wissen, wie es weitergeht, wird es am Ende schon irgendwie gut gehen.

Spruch auf rotem Grund: "Et hätt noch immer jot jejange!"
Mein Lieblingsparagraf des Kölschen Jrundjesetzes

Was dieses Motto für mich bedeutet

Für mich persönlich bedeutet dieser Spruch, einmal loslassen zu dürfen und darauf zu vertrauen, dass sich alles fügen wird. Nicht von vornherein schon mit wenn und aber zu kommen, sondern mich mit mehr Leichtigkeit an Dinge herantrauen. Zweifelnde Gedanken und negative Glaubenssätze einfach mal beiseiteschieben und keine Energie daran zu verschwenden. Stattdessen mich auf meine Ziele zu fokussieren und einfach mal zu machen. Könnte ja gut werden.

Ich wünsche mir in meinem Tun mehr Gelassenheit. Mit Spaß und Freude Neues ausprobieren. Die letzten Jahre waren so schwer und sorgenvoll und die Aussichten sind auch nicht gerade rosig. Trotzdem wird es irgendwie weitergehen. Schließlich hätt et noch immer jot jejange.

Frau rekt ihr Gesicht in die Sonne
Entspannen und vertrauen – et hätt schließlich schon immer jot jejange

Et hätt noch immer jot jejange und was ich mir damit für mein Business verspreche

Für mein Business verspreche ich mir davon mehr Leichtigkeit und Gelassenheit und einen Tick mehr Selbstvertrauen, dass am Ende alles gut wird. Ich möchte mich nicht ausbremsen lassen von Ängsten und Zweifeln. Ich möchte mutig voranschreiten, Neues ausprobieren, kreativ sein, an meinen Projekten wachsen und sie mit Spaß und Freude umsetzen. Ich möchte damit strahlen und sichtbar sein.

Die größte Herausforderung in diesem Jahr wird sein, meine vielen unterschiedlichen Standbeine – als Projektmanagerin und Lektorin für Buchverlage, Stiftungen und Agenturen, als Autorin für Lehrwerke für Deutsch als Fremdsprache, als Begleitung von Selfpublishern und als Rechtschreibtrainerin im Onlinebusiness – sinnvoll miteinander zu einem professionellen Angebot zu verbinden, das nicht als Bauchladen daherkommt. Ich möchte mich dabei nicht verzetteln und aufreiben, sondern gut auf mich achtgeben. Ich möchte meine beiden Websites – Kerstin Salvador und Lektorat Salvador – die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, zusammenführen. Ob das gut geht? Na, et hätt noch immer jot jejange!

Bekomme ich es in diesem Jahr hin, neben meinen vielen Projekten einen Onlinekurs zu entwickeln, ihn zu launchen und durchzuführen? Im letzten Jahr ist es mir nicht gelungen, dieses Vorhaben neben meiner Arbeit zu verwirklichen. Dabei möchte ich all das, was ich in den letzten Jahren in den Aufbau eines Online-Business gesteckt habe, endlich umsetzen und damit Geld verdienen. Gleichzeitig fallen mir hundert Argumente ein, warum das auch in diesem Jahr nicht klappen wird und ich es lieber gleich sein lassen sollte. Zwei Herzen wohnen, ach! in meiner Brust …

In diesem Jahr wird sich alles finden, was bleiben darf, was gehen darf und was sich zu etwas Neuem entwickelt. Ich werde mit meinem Angebot und meiner Expertise meine Wunsch-Zielgruppe ansprechen und es wird sich leicht anfühlen, mich nicht mehr verbiegen zu müssen.

Brief auf dem ein getrocknetes vierblättriges Kleeblatt klebt
Bei so lieben Glück-Wünschen meiner Blogkollegin Umani kann es nur gut werden

Was ich bis Ende 2023 erreicht haben werde, wenn allet jot jejange is

Ich werde …

Das Universum darf mithelfen

In diesem Jahr praktizieren meine Frau und ich jede Nacht ein sehr schönes Ritual, das uns hilft, unsere Wünsche und Vorhaben in diesem Jahr in die Tat umzusetzen: Wir haben je 13 Wünsche und Ziele auf Zettel aufgeschrieben und sie in ein Glas gegeben. In jeder Rauhnacht vom 25. Dezember bis 6. Januar verbrennen wir einen dieser Wünsche.

Es gibt verschiedene Varianten dieses Rituals. Manche schwören darauf, dass die Wünsche geheim bleiben müssen. Wir halten nicht viel von Aberglauben und haben uns dazu entschieden, den Zettel vor dem Verbrennen uns laut vorzulesen, um diesen Wunsch zu manifestieren. Wir haben die Wünsche so formuliert, als seien sie bereits erfüllt. Damit aktivieren wir unseren kreativen Autopiloten, das Unterbewusstsein arbeitet nun munter an der Umsetzung und das Universum tut sein Übriges.

Jeder Wunsch steht für einen Monat in diesem Jahr. Am Ende bleibt ein Zettel übrig. Darauf wird der Fokus in diesem Jahr liegen. Äver et hätt noch immer jot jejange, und so bin ich mir sicher, dass in diesem Jahr viel Gutes passieren wird.

5 Antworten

  1. Wie schön, liebe Kerstin. Es war mir ein Vergnügen deinen Blogartikel zu lesen. Ich bin schon sehr gespannt wie unser nächstes Jahr wird. Du hast dir ja ganz schön viel vorgenommen… aber so wie ich dich kenne wirst du das schon rocken …

  2. Et hätt noch immer jot jejange. Das ist auch mein Lieblingsartikel aus dem Kölschen Grundgesetz. Weil er nämlich wahr ist!

    Ganz viel Leichtigkeit und Zuversicht von mir zu dir noch obendrauf. Das wird!

    Ach, und: Heute ist der 6. Januar – welcher Raunächte-Wunsch ist denn übrig geblieben und liegt jetzt in deinen Händen?

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