Der Juli ist so unglaublich schnell verflogen. Eben noch auf Workation im österreichischen Weinviertel bei Wien erwartet mich in Berlin ein prallvoller, arbeitsreicher Monat mit spannenden Projekten und der Erkenntnis, dass ich manches loslassen muss, um anderes erfolgreich abschließen zu können. Weniger ist manchmal mehr. Dafür öffnen sich neue Türen und Kooperationen.

Die letzten Tage meiner Workation in Österreich

Anfang Juli brachen die letzten Tage meiner Workation im österreichischen Weinviertel an, bevor es zurück nach Berlin ging. Zwei Wochen habe ich das Häuschen meines Buddys Romy Pfyl gehütet, während sie selber auf Reisen war. Ich habe mich um ihren wunderschönen Garten und die Hühner gekümmert und mein Sommerbüro im Grünen aufgeschlagen. Welch ein Luxus, ortsunabhängig arbeiten zu können! Ich habe mich unglaublich wohlgefühlt, war sehr kreativ und habe mich trotz Arbeit gut erholt.

An einem der letzten Tage habe ich eine ausgiebige Radtour durch die hügelige Landschaft gemacht und den Energiespeicher nochmal so richtig aufgetankt. Diese Weite tut so gut. Tief durchatmen und genießen!

Radtour durchs österreichische Weinviertel

Dann kam Romy zurück und wir hatten noch ein paar sehr schöne gemeinsame Tage, die wir mit guten Gesprächen, Besuch beim Heurigen und einer Radtour verbracht haben.

Ich mag den inspirierenden Austausch mit ihr und schätze ihre direkte Art mit ihren zum Teil unbequemen Fragen. Sie lässt nicht locker, und das ist gut so. Ich bin sehr dankbar, dass wir uns als Buddys gefunden haben.

Der letzte Abend beim Heurigen war nochmal sehr besonders. Familien mit Kindern und Freunden saßen im Garten unter einer riesigen Linde bei Wein und Brotzeit beieinander. Alles biologisch angebaut aus eigener Produktion. An diesem lauen Sommerabend in entspannter Atmosphäre bei köstlichen Leckereien waren wir in ein intensives Gespräch vertieft, das bei mir einiges ins Rollen gebracht hat und im Juli weiter in mir arbeitete.

Mit Romy beim Heurigen

Meine ersten Cyanotypieversuche

Romy ist Cyanotypiekünstlerin und Naturvermittlerin. Ihre Kunst hat mich von Anfang an sehr fasziniert und ich lese jeden ihrer Blogartikel mit großem Interesse. Sie hat eine unglaublich schöne Art, über ihre Kunst zu schreiben. Was Cyanotypie ist? Eine Art Fotografie, die ohne Kamera funktioniert. Man benötigt dafür Papier, das mit einer lichtempfindlichen Lösung vorbehandelt wird. Darauf legt man möglichst flache Dinge, die man „fotografieren“ möchte, belichtet sie mit Sonnenlicht und entwickelt den Abdruck schließlich mit Wasser. Viel besser erklärt das Romys in ihrem Blogartikel Was ist Cyanotypie?

Als ich ihre Arbeiten in diesem magischen Blau vor Ort in ihrem Atelier sah, hatte ich sofort den Wunsch, das Cyanotypieren einmal selber auszuprobieren. Aber statt Pflanzen wollte ich Buchstaben cyanotypieren. Lektorin eben. Und so habe ich mit Buchstabennudeln herumexperimentiert.

Hier das Ergebnis:

Die Buchstabennudeln habe ich auf fotosensibles Papier gelegt und in der Sonne belichtet. Anschließend habe ich es im Wasserbad entwickelt und getrocknet.

Das Ergebnis hängt jetzt über meinem Schreibtisch und erinnert mich an meine kreative Zeit bei Romy.

Mobiles Arbeiten im Flixbus

Für die Fahrt von Berlin nach Wien und zurück habe ich ganz bewusst den Flixbus gewählt. Nicht nur, weil er unschlagbar günstig ist, sondern weil die Busse angenehm klimatisiert und mit kostenlosem WLAN ausgestattet sind. Bei einer Außentemperatur von 38° C war der Flixbus the Place to be! Die jeweils neun Stunden Fahrt habe ich komplett als Arbeitstage genutzt.

Es gab nur kurze Zwischenstopps in Prag und Dresden, ansonsten war die Fahrt sehr ruhig und angenehm. Auf dem oberen Deck hatte ich eine prima Aussicht auf die schöne Landschaft in Tschechien. Der Platz neben mir blieb leer, so konnte ich mich prima ausbreiten. Und tatsächlich habe ich einen Auftrag erfolgreich abgeschlossen, für den ich sonst vermutlich viel länger gebraucht hätte.

Ganz nebenbei habe ich die Innenstädte von Prag und Dresden samt Sehenswürdigkeiten gesehen. Ich sollte den Flixbus definitiv viel öfter als mobilen Arbeitsplatz nutzen. I love it!

Mobiles Arbeiten im Flixbus

Weniger ist manchmal mehr

Zurück in Berlin stand mir eine prallvolle und sehr herausfordernde Woche bevor. Am Montag sollte das geplante Lektorat eines Fachbuchs mit festem Abgabetermin starten, aber da stand auch ein dreitägiger Online-Business-Workshop mit Sigrun gehighlightet in meinem Terminkalender. Wer Sigrun nicht kennt: Sie ist eine stets rot gekleidete, blonde Isländerin und Business-Coach, die Frauen zum erfolgreichen Aufbau ihres Online-Business verhilft. Die Anmeldung lag schon einige Wochen zurück, der Kurs war bezahlt, aber der ursprünglich dafür vorgesehene Termin war kurzfristig verschoben worden. So passten die drei Intensivtage, in denen ich die weiteren Schritte manifestieren wollte, um mein Online-Business voranzubringen, zeitlich so gar nicht in meinen Terminplan.

In meinem Blogkurs The Content Society lautete das Wochenthema „SEO“, mit vielen Workshops und Aufgaben, die ebenfalls viel Zeit beanspruchten. Diesem wichtigen Thema wollte ich mich unbedingt intensiv annehmen, mit Keywordrecherche und allem, was dazugehört. Außerdem hatte ich mich für einen vierwöchigen Beta-Onlinekurs meiner Blog-Kollegin Michaela angemeldet, der mich sehr interessierte – und bloggen wollte ich schließlich auch noch …

Auch wenn ich in Österreich viel Energie getankt hatte, war klar, dass beim besten Willen nicht alles parallel zu bewältigen war. Wenn ich alles gleichzeitig schaffen will, schaffe ich gar nichts. Was also tun? Romy hat nur den Kopf geschüttelt und mich davor gewarnt, mir zu viel vorzunehmen.

Loslassen

Den größten Respekt hatte ich von dem Intensivworkshop mit Sigrun, die dafür bekannt ist, ihre Mentees so richtig ins Tun zu bringen. Genau das hatte ich mir fest vorgenommen, als ich mich für den Workshop angemeldet hatte – der ja nur der Auftakt war, mein Online-Business in Angriff zu nehmen. Aber es fühlt sich gerade nicht richtig für mich an. Ich hadere noch immer mit meiner Positionierung. Alles Wichtige rund ums Online-Business habe ich eigentlich schon im letzten Jahr gelernt. Mein Kurs steht und gehört erprobt und weiter perfektioniert. Ich muss es nur tun. Aber dann ertappe ich mich immer wieder beim Prokrastinieren mit anderen Dingen, die ich vorher unbedingt noch schaffen muss, bevor ich richtig loslegen kann. Und neben meinen Lektorats- und Übersetzungsaufträgen bleibt oft einfach zu wenig Zeit, um mich parallel um alles zu kümmern. Ach …

Ja – Nein – Ja – Nein … und dann habe ich den Kurs einfach aus meinem Terminkalender gestrichen. Uff! Die Erleichterung war unermesslich. Alles andere war plötzlich schaffbar. Das Lektorat für das Fachbuch war arbeitsintensiv genug und bezahlte Arbeit hat immer Vorrang. Ein bisschen schlechtes Gewissen hatte ich dennoch und habe mich wie ein Schulkind gefühlt, das den Unterricht schwänzt. Aber gleichzeitig tat das Blaumachen unglaublich gut. Besser fokussieren, statt verzetteln.

Die darauffolgenden Wochen waren nicht weniger arbeitsintensiv. Neben besagtem Fachbuch noch das Schreiben und Übersetzen von Artikeln und die Erstellung eines Lehrerguides mit didaktischen Erklärungen und zusätzlichen Übungen. Alles geschafft und pünktlich abgegeben.

Geplante Kooperationen

Besonders gefreut habe ich mich im Juli gleich über zwei Kooperationsgespräche und eine Präsentation. Als Lektorin bietet sich eine Zusammenarbeit mit Schreibcoaches und Ghostwriter*innen an – eine perfekte Win-win-Situation. Ich werde mein Angebot für Unternehmerinnen, die vorhaben, ihr Expertenwissen als Buch oder Broschüre zu veröffentlichen, erweitern. Als Produktmanagerin und Lektorin möchte ich mein Fachwissen rund ums Publizieren weitergeben. Ein weites Feld für Blogartikel, Freebies, Onlinekurse und 1:1-Begleitung.

Vielleicht spielst du mit dem Gedanken, dein Expertenwissen zu veröffentlichen? Ein Sachbuch, Ratgeber oder eine Broschüre, egal, ob gedruckt oder als E-Book, unterstreicht deine Expertise und macht ordentlich was her. Es gibt heute viele Möglichkeiten, als Selfpublisher ohne Verlag zu publizieren. Was wären deine ersten Fragen? Zu welchen Themen rund ums Buchschreiben darf ich für dich bloggen? Ich habe eine kleine Umfrage vorbereitet und würde mich freuen, wenn du dir ein paar Minuten Zeit nimmst und mir deine spontanen Fragen dazu verrätst.

Hundert Mal

Meine Blog-Mentorin Judith fragt, was unsere 100er-Abenteuer sind. Dinge, wie wir lernen und ausprobieren möchten. Die wir am Anfang nur so lala können, aber uns davon nicht abschrecken lassen, sie hundert Mal zu probieren. Denn mit jedem Mal werden wir besser. Bei mir ist es in diesem Jahr das Bloggen. Noch im letzten Jahr hätte ich es mir nicht vorstellen können, überhaupt je einen Blogartikel zu schreiben, geschweige denn, ihn zu veröffentlichen. Der Glaubenssatz „Ich kann nicht schreiben“ war tief in mir verwurzelt. Dieser hier ist inzwischen mein 41. Blogartikel. Und es ist immer noch Luft nach oben, was den eigenen Qualitätsanspruch betrifft. Aber egal, ich bleibe dran! Schreiben erfordert sehr viel Übung.

Im Juli sind diese fünf Blogartikel entstanden:

Außerdem drei Newsletter und vier LinkedIn-Beiträge.

Erfolgreiche Ateliersuche

Im Juli habe ich meine Frau Nadja bei der Suche nach einem Atelier für ihr Sabbatical unterstützt. Endlich ist ihr Traum nach einer Auszeit in greifbarer Nähe. Drei Monate, in der sie ein geplantes Kunstprojekt realisieren möchte. Ursprünglich hatten wir eine gemeinsame Workation irgendwo im Süden am Meer geplant. Aber dann kam die Pflege der Eltern dazu, sodass wir nicht von Berlin weg können. Der Kompromiss ist ein externes Atelier in Berlin, und dass ich sie bei der Elternbetreuung unterstütze. Wir haben das Gesuch breit gestreut über Kontakte, Aushänge und Social Media – und am Ende hat sie ihr Traumatelier gefunden. So, wie sie es vorher manifestiert hatte. Verrückt! Alles wird gut!

Gemeinsame Zeit zum Chillen und für Kunstprojekt

An den Wochenenden hat es uns im Juli raus aus der Stadt zu den herrlichen Seen in Brandenburg gelockt. Gemeinsame Zeit verbringen, wandern und schwimmen im See sind uns sehr wichtig. Die Seele baumeln lassen, den Sommer genießen und das Weltgeschehen einmal ausblenden.

Seele baumeln lassen in der Natur

Für ein Filmprojekt, an dem Nadja gerade arbeitet, waren wir an verschiedenen Orten in der Stadt unterwegs. Dazu darf ich noch nichts verraten, streng geheim … Hier bin ich die Kamerafrau und Nadja ist die Protagonistin vor meiner Linse. Ich liebe diese gemeinsame kreative Arbeit.

Ausblick auf den August

Am letzten Sonntag im Juli habe ich meine Projekte für den August manifestiert. Das ist inzwischen zu einem liebgewordenen Ritual geworden, zu dem Feli Walter regelmäßig einen richtig coolen Monats-Manifestierworkshop anbietet. Kann ich sehr empfehlen. Dieses Mal hatte sie das Bild von einem großen Segelschiff mit Crew mitgebracht, auf dem wir Kapitän:in sind. Wir bestimmen, wohin die Reise im August geht. Die Crew ist unser Unterbewusstsein. Sie führt alle unsere Anweisungen aus, damit wir unsere Erfolgsinseln sicher erreichen und dabei eine entspannte Reise haben.

5 Antworten

  1. Boah, ist das ein vollgepackter Blogartikel, liebe Kerstin. Zum Manifestier-Workshop habe ich mich gleich angemeldet, die Cranyotypie erinnert mich an die Reproarbeit in unserer Druckerei und zum Atelier herzlichen Glückwunsch!! Und es ist alles soooo toll geschrieben. Ach, und das mit der Positionierung kenne ich auch, inklusive der Erleichterung, wenn der Druck aus dem Kalender raus ist.

    Liebe Grüße nach Berlin von Marita

    1. Dein Feedback bedeutet mir sehr viel, liebe Marita. Und wie schön, dann sehen wir uns vielleicht am 4.9. und manifestieren gemeinsam unseren September? Cranyotypie kenne ich gar nicht. Ist das auch so eine coole Druck-/Fotografietechnik? Muss ich gleich mal googeln. Ich bin selber meine größte Kritikerin und war mir sehr unsicher, ob ich mich zu meiner Positionierung und der Absage des Kurses outen sollte. Schön, dass du daran andocken konntest. You made my day!
      Liebe Grüße
      Kerstin

  2. Liebe Kerstin,

    Ein wundervoll prall-bunter Monatsrückblick. Und so schön ist es auch, zu sehen, wie die Dinge ins Fließen kommen und du dein Leben nach deinen Vorstellungen gestaltest. Das ist sehr inspirierend.

    Herzliche Grüße – Korina

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