Es gibt eine Menge an Fachbegriffen zum Korrekturlesen und zur Rechtschreibung, die mir in meiner Arbeit als Lektorin, insbesondere in der Zusammenarbeit mit der Herstellungsabteilung in Verlagen oder einem Satzbüro, sehr geläufig sind. Für Menschen außerhalb der Verlagswelt klingen sie vermutlich so fremd wie die Namen böhmischer Dörfer.

Mit diesem Glossar möchte ein bisschen dafür sensibilisieren, was zum Korrekturlesen alles dazugehört und dass es dabei nicht nur um ein fehlendes Komma oder um reine Rechtschreibung geht.

Rechtschreibung und Typografie machen Texte lesbarer und ästhetischer, damit das Auge beim Lesen nicht stolpert und sich voll auf den Inhalt konzentrieren kann.

Vielleicht hast du ein Buch geschrieben und dir begegnen in der Zusammenarbeit mit einer Lektorin oder einem Lektor seltsame Begriffe? Oder du bist Einsteiger*in als Lektor*in oder Korrektor*in und hast noch viele Fragen?

Ich habe hier die wichtigsten Fachbegriffe zum Korrekturlesen und zur Rechtschreibung einmal als Glossar zusammengestellt und erkläre sie in einfachen Worten. Schreib mir, wenn du noch Fragen hast oder du einen Begriff vermisst, den ich hier noch ergänzen könnte.

Apostroph

Der Apostroph ist ein Auslassungszeichen und ersetzt einen oder mehrere Buchstaben eines Wortes. Er sieht wie ein Komma, eine 9 oder wie ein gerader Strich aus: Wie geht’s? Im Deutschen wird das Genitiv-s NICHT wie im Englischen durch einen Apostroph vom Wort abgetrennt und auch nicht das Plural-s: Sabines Katze, drei Babys. Mehr zum Apostroph erfährst du hier.

Auslassungspunkte

Die drei Pünktchen … nennt man Auslassungspunkte oder Dreipunkt. Dabei handelt es sich um ein eigenständiges Satzzeichen. Es steht für etwas, das ausgelassen wird. Meist ist das etwas im übertragenen Sinne, zum Beispiel ein Gedanke, der nicht weiter ausgeführt wird … Achtung: Zwischen dem letzten Wort und den Auslassungspunkten steht ein Leerzeichen. Die drei Punkte kleben nicht einfach am letzten Wort. Ausnahme: Sie ersetzen einzelne Buchstaben in einem Wort: Sch… ! Stehen die Auslassungspunkte am Satzende, folgt nicht noch ein Schlusspunkt. Es bleibt bei drei Punkten. Das Auslassungszeichen erzeugst du mit der Tastenkombination [Alt] + 0133.

Auslassungsstrich

Ein Auslassungsstrich ist ein Gedankenstrich, also ein Langstrich (Halbgeviertstrich). Er steht, wie der Name schon sagt, für etwas, das ausgelassen wird. Zum Beispiel kannst du bei Geldbeträgen wie 49,00 Euro die Nullen durch einen Auslassungsstrich ersetzen: 49,– Euro. Auf der Tastatur ist der Langstrich nicht zu finden. Verwende für Langstriche die Tastenkombination [Alt] + 0150.

auszeichnen

Auszeichnen meint, im Manuskript bestimmte Hervorhebungen im Text zu definieren, die der Setzer dann umsetzt. Zum Beispiel farbliche Unterlegungen, Boxen, Einzüge, bestimmte Schriften usw.

Beistrich (Komma)

Wusstest du, dass das Komma auch Beistrich genannt wird? Die Kommaregeln werde ich in diesem Glossar nicht alle erklären, das würde den Rahmen sprechen. Du kannst sie hier nachlesen. Kommas dienen der Strukturierung eines Satzes und machen ihn leichter verständlich. Sie trennen Haupt- und Nebensatz voneinander ab oder unterteilen Aufzählungen.

Manuskript und Hand mit Rotstift, die den Text korrigiert
Korrektur lesen eines Manuskripts

Bildschirmkorrektur

Früher galt es als obligatorisch, das Korrektur lesen auf dem ausgedruckten Manuskript vorzunehmen. Das kommt daher, weil das Auge am Bildschirm schnell ermüdet und wir Fehler dann leicht übersieht. Ich arbeite mit einem sehr großen Monitor, stelle mir eine große Schriftgröße ein und arbeite inzwischen viel lieber am Bildschirm.

bis-Strich

Hast du schon einmal den Begriff „bis-Strich“ gehört? Dieser Strich ersetzt das Wort „bis“: 10–14 Uhr, S. 143–147, 2020–2022. Verwende dafür einen Langstrich (Halbgeviertstrich). Auch für Streckenstriche: die Bahnverbindung Berlin–Hamburg. Auf der Tastatur ist der bis-Strich nicht zu finden. Mit der Tastenkombination [Alt] + 0150 kannst du ihn darstellen.

Blockade

Damit ist nicht die Denkblockade beim Schreiben gemeint, sondern ein Korrekturzeichen, mit dem man im Manuskript Textstellen markiert, an denen zum Beispiel noch etwas eingefügt werden soll. Am Bildschirm würde man solche Stellen highlighten, im Manuskript vermerkt man solche Stellen am Seitenrand mit einem Rechteck mit einem Kreuz.

Text mit Korrekturzeichen
Korrekturzeichen für eine Blockade nach DIN 16511

BU (Bildunterschrift)

Bildunterschriften (BU) und Tabellenüberschriften sollte man beim Korrekturlesen in einem gesonderten Durchgang besonderes Augenmerk schenken. Stehen die Bilder an der richtigen Stelle? Wird im Text darauf verwiesen? Stimmen die Schreibweisen mit dem Text überein? Ist die Bild- und Tabellennummerierung durchgängig? Sind Schriftart und -größe einheitlich? Beginnt die BU groß und endet ohne Schlusszeichen?

Buchstabendreher

Das ist ein typischer Tippfheler, wenn die Finger auf der Tastatur zu flink sind und die Reihenfolge der Buchstaben dabei vertauscht wird. Sie heißen auch verstellte Zeichen. Vertrackterweise fällt uns das beim Lesen unserer eigenen Texte oft nicht auf, weil wir uns zu sehr auf den schon bekannten Inhalt konzentrieren und unsere Augen leicht darüber hinweglesen. Auch Rechtschreibkorrekturprogramme können nicht immer erraten, was wir meinen. Hier habe ich ein paar Tipps, wie du Fehler in deinen eigenen Texten besser entdecken kannst.

Copyediting

Unter Copyediting versteht man in manchen Verlagen den Prozess vom Manuskripteingang bis zur Druckfreigabe. Zuerst wird das Manuskript der Autorin oder des Autors formal und technisch geprüft: Liegt alles vollständig vor? Sind alle Bilder und Tabellen da? Müssen Formatierungen vorgenommen, ein Inhaltsverzeichnis erstellt, Paginierung eingefügt werden usw.? Liegt das Manuskript sauber vor, kann mit dem inhaltlichen und stilistischen Lektorat begonnen werden. Im dritten Schritt folgt dann das Korrekturlesen. Zwischen diesen Schritten werden die Korrekturen von der Herstellungsabteilung umgesetzt und von der/dem Lektor*in oder der/dem Korrektor*in geprüft. Dann folgt ein gründliches Korrektorat auf Herz und Nieren. Ggf. die Erstellung eines Stichwortverzeichnisses u. v. m. Viele Arbeitsschritte sind nötig, bis schließlich die Druckfreigabe erfolgen kann. Oft wird dieser gesamte Prozess auch Projektmanagement genannt und Lektor*innen Projektmanager*innen.

Deleatur

Das Deleaturzeichen ist ein typisches Korrekturzeichen, mit dem man etwas zu Tilgendes kennzeichnet, das gestrichen werden soll. Es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „es werde getilgt“. Es ist abgewandelt von dem Sütterlin-Buchstaben d.

rotes Deleaturzeichen
Deleaturzeichen

Divis

Divis ist der Kurzstrich, der als Bindestrich, Kopplungszeichen und Trennstrich bei Worttrennungen am Zeilenende verwendet wird. Er unterscheidet sich von dem Langstrich (Halbgeviertstrich), der als Gedankenstrich, Minuszeichen oder bis-Strich zum Einsatz kommt. Das Divis findest du rechts unten neben dem Punkt auf der Tastatur. Mehr zu Binde- und Gedankenstrichen findest du hier.

Einzug

Einzüge sind Einrückungen des Textes vom rechten oder linken Rand. Sie dienen der Hervorhebung und grafischen Gestaltung des Textes, zum Beispiel bei Listen und Aufzählungen. Mit einem „hängenden Einzug“ ist das Einrücken der ersten Zeile eines Absatzes gemeint. Zum Korrekturlesen gehört auch, auf eine einheitliche Verwendung der Einzüge zu achten.

Ergänzungsstrich

Schon wieder ein Strich … Unter einem Ergänzungsstrich versteht man, wenn ein Wortteil durch einen Strich ergänzt wird: Groß- und Kleinschreibung, Warenein- und -ausgang. Dafür wird ein Divis/Kurzstrich verwendet. Mehr zu Kurz- und Langstrichen findest du hier.

Et-Zeichen

Das Et-Zeichen (nicht zu verwechseln mit „at“ = @) ist das „Kaufmanns-Und“ = &. Viele meinen, es sei ein Symbol für „und“, was aber nicht stimmt. Laut Duden ist es nur für Firmenbezeichnungen wie zum Beispiel C&A, & Co. KG vorgesehen. Auch in der Werbung wird es viel benutzt. In normalen Fließtexten hat das Et-Zeichen aber nichts verloren. Dort bitte einfach „und“ schreiben.

Frau im roten Pulli jongliert mit Buchstaben
Oben links ein Et-Zeichen
Frau im roten Pulli sitzt auf Boden und hält ein at-Zeichen in der Hand
Das ist ein „at“-Zeichen und kein Et-Zeichen

Fahnenkorrektur

Hat nichts mit Flaggen zu tun 😉 Es ist ein Korrekturabzug des schon gesetzten Buches, allerdings noch nicht in der finalen Fassung. Hier kann sich noch viel verschieben, Bilder- und Tabellen fehlen womöglich noch. Das Lektorat erfolgt meist im Word-Manuskript, das Korrektorat dann in der Druckfahne. Erst in der letzten Fassung, der Schlusskorrektur, werden dann auch die Umbrüche geprüft (Umbruchkorrektur).

Festabstand

Festabstände sind fest definierte Abstände, zum Beispiel bei Abkürzungen z. B. oder zwischen Zahl und Maßeinheit 10 %. Sie sind meist etwas schmaler als ein normales Leerzeichen und brechen am Zeilenende nicht um. In Grafikprogrammen kann der genaue Abstand definiert werden. Man bezeichnet sie auch als „geschütztes“ Leerzeichen. Mit dieser Tastenkombination kannst du den Festabstand einfügen:

Windows: [Strg] + [Umschalt] + [Leertaste]

Mac: [Alt] + [Leertaste]

Flattersatz

Flattersatz ist das Gegenteil vom Blocksatz, bei dem Textblöcke am rechten und am linken Rand bündig abschließen. Der Flattersatz kann rechtsbündig oder linksbündig sein. Der andere Seitenrand „flattert“. Ist der Text zentriert, flattert er auf beiden Seiten.

freistellen

Damit ist eine besondere Hervorhebung im Text gemeint, zum Beispiel ein Zitat. Es wird vorne und hinten eingerückt und steht mit einer Leerzeile davor und danach.

Generalanweisung

Um ständig wiederkehrende Korrekturen nicht jedes Mal einzeln im Text zu vermerken, kann man für den/die Setzer*in eine Generalanweisung vermerken, mit dem Hinweis, dass diese Korrektur bitte an allen vorkommenden Stellen im Text auszuführen ist.

geschütztes Leerzeichen

Damit eine Einheit von Wörtern, Zahlen, Abkürzung o. ä. am Zeilenende nicht umbricht, kannst du ein geschütztes Leerzeichen setzen. Damit bleiben die Bestandteile miteinander verbunden und trennen sich nicht am Zeilenende. Es ist das gleiche Zeichen, das auch für den Festabstand (s. o.) verwendet wird. Hier erfährst du mehr zu Leerschritten oder Leerzeichen.

Die Buchstaben z. B.
Ein sichtbar gemachtes geschütztes Leerzeichen
Shortcuts
Shortcuts für ein geschütztes Leerzeichen

Halbgeviertstrich

Das ist die typografisch korrekte Bezeichnung für einen Langstrich, der als Gedankenstrich, Streckenstrich oder bis-Strich zum Einsatz kommt.

Hurenkinder

Hurenkinder ist die (nicht politisch korrekte) Bezeichnung für die letzte Zeile in einem Absatz, die auf die erste Zeile einer neuen Seite gerutscht ist. Da soll sie aber nicht stehen, weil es im Buchsatz als unschön gilt. Deshalb sollte man versuchen, durch Text „einbringen“ so zu kürzen, dass der Absatz noch auf die Seite passt. Wenn das nicht geht, sollten mindestens zwei Zeilen am Seitenanfang stehen. Dann versucht man, Text „auszubringen“ und zu verlängern. Das Gegenteil von Hurenkinder sind Schusterjungen.

Impressum

Im Impressum eines Buches stehen die für Haftungsfragen verpflichtenden Angaben zum/zur Autor*in, Verlag, Druckhaus, Redaktion oder Herausgeber*in, die CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek, sowie Copyright-Angaben zu Autor*in, Co-Autor*in, Übersetzer*in, Illustrator*in, Grafiker*in, Hersteller*in, Druck und Bindung, Papierart, Schriftart, Umschlagbild. Das Impressum kann auf der Rückseite des Titels oder am Ende des Buches. Auch das ist beim Korrekturlesen sehr sorgfältig zu prüfen.

Kapitälchen

Kapitälchen sind ein Schriftschnitt aus Großbuchstaben (Versalien), bei dem die Großbuchstaben etwas größer sind als die übrigen Buchstaben. Sie dienen als besondere Hervorhebung eines Wortes.

kollationieren

Kollationieren meint das Abgleichen des gesetzten Textes mit dem Manuskript oder der Fahnenkorrektur und das Prüfen, ob alle Teile und Korrekturen vollständig übernommen wurden.

Kolumnentitel

Im Kolumnentitel, also in der Kopfzeile, kann die Paginierung (Seitenzählung) stehen. Hier können aber auch Angaben zum Autor und zum jeweiligen Kapitel oder Abschnitt stehen. Ein „lebender Kolumnentitel“ verändert sich mit den Kapiteln und dient zur Orientierung. Ein „toter Kolumnentitel“ enthält nur die Seitenzählung und kann auch in der Fußzeile stehen.

Korrektorat

Beim Korrektorat oder Korrekturlesen wird der Text mit dem Fokus auf Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Ausdrucksfehler geprüft und korrigiert. Dabei wird der Text selber nicht verändert, weder inhaltlich noch stilistisch. Es geht hier nur um die Fehlerbehebung. Alle weiteren Eingriffe in den Text gehören zum Lektorat.

Korrekturzeichen

Die Korrekturzeichen sind einheitlich festgelegt und es gibt sogar eine DIN-Norm dafür: DIN 16511. Sie stehen im Duden oder hier, damit sie für Lektor*innen, Korrektor*innen, Setzer*innen und Hersteller*innen klar verständlich sind. Damit kennzeichnet man die Fehler im Text und korrigiert sie am Textrand.

Tafel mit Korrekturzeichen
Korrekturzeichen nach DIN 16511

Laufweite

Mit Laufweite ist der Abstand zwischen den Buchstaben eines Wortes gemeint. Wenn eine Zeile ungünstig am Zeilenende umbricht oder um Hurenkinder und Schusterjungen zu vermeiden, ist die Veränderung der Laufweite eine weitere Möglichkeit, um Text ein- oder auszubringen und eine Zeile einzusparen.

Leerschritt

Ein Leerschritt – auch Leerstelle und in der Schweiz Leerschlag genannt – ist ein Leerzeichen. Auch Leerzeichen sind Satzzeichen und gehören mit zum Text. Und auch dafür gibt es feste Regeln. Sie dienen der besseren Lesbarkeit. Erfahre hier mehr zu Leerschritten oder Leerzeichen.

Lektorat

Beim Lektorat eines Manuskripts geht es um die Optimierung eines Textes und die Prüfung auf Verständlichkeit, Sprachstil, Inhalt, Logik, Struktur, Satzbau, aber auch Zeichensetzung, Rechtschreibung und Grammatik. Es wird oft mit Korrekturlesen oder Korrektorat verwechselt. Lies dazu den Eintrag Korrektorat (s. o.).

Manuskript

Ursprünglich ist damit das von der Hand geschriebene (manu scriptum) Werk einer Autorin oder eines Autors gemeint, das heute natürlich meist in digitaler Form vorliegt. Um es bei einem Verlag einzureichen, sollte das Manuskript den üblichen Vorgaben entsprechen. Es ist aber unbedingt davon abzuraten, dem Verlag gleich das komplette Manuskript zu schicken. Die Chance, dass das von jemandem gelesen wird, ist verschwindend gering. Daher besser ein Exposé mit einer übersichtlichen Kurzform aller Informationen schicken.

Marginalien

Marginalien sind Informationen im Buch, die am Seitenrand neben dem Satzspiegel stehen und damit besonders hervorgehoben werden. In Lehrwerken findet man solche Marginalien oft als Infoboxen.

Frau im roten Pulli hält ein Typografie-Buch in der Hand
Mein Lieblingsbuch: Forssman/deJong, Detailtypografie

Orthotypografie

Bei einer Prüfung des Textes auf Orthografie achtet man auf die Regeln der Rechtschreibung, also ob die Wörter richtig geschrieben sind. Bei der Orthotypografie kommen typografische Regeln dazu, die ebenfalls zum Korrekturlesen dazugehören. Dazu zählen Strichlängen, Festabstände, Leerschritte, Worttrennungen, Abkürzungen, Apostrophe, Hurenkinder und Schusterjungen, Aufzählungen, Einrückungen, Zeilenabstände, die richtigen An- und Abführungszeichen, Schriftwahl, Schriftgröße und Laufweite, Tabellen, Fußnoten usw.

Paginierung

Damit ist die Nummerierung der Seiten gemeint. Beim Korrekturlesen ist auch darauf zu achten. Dabei gleicht man das Inhaltsverzeichnis mit dem Text ab. Die Seitenzählung beginnt beim Buch mit der Titelseite. Dort steht die Seitenzahl aber nicht gedruckt. Sie wird blind gezählt und erscheint dann erst nach dem Inhaltsverzeichnis. Die geraden Zahlen stehen auf der linken Seite, die ungeraden auf der rechten Seite.

Revision

Unter Revision versteht man den letzten Prüfdurchlauf, bevor ein Buch in den Druck geht. Hierbei wird die korrekte Ausführung aller Korrekturen nochmals überprüft und allerletzte Änderungen vorgenommen. Zum Schluss wird der Umbruch korrigiert, also die Silbentrennung am Zeilenende und dass keine Hurenkinder und Schusterjungen vorkommen. Ist alles in Ordnung, kann die Druckfreigabe erfolgen.

Satzspiegel

Mit Satzspiegel ist das Verhältnis von bedruckten und nicht bedruckten Teilen auf einer Seite gemeint. Elemente für die bedruckten Flächen können sein: Kolumnentitel, Paginierung, Textblock, Bilder, Tabellen, Marginalien, Fußnoten usw. Die nicht bedruckten Flächen nennt man Stege: Kopfsteg, Fußsteg, Außensteg, Bundsteg. Für die Berechnung eines ausgewogenen Satzspiegels gibt es klare Richtlinien. Mehr zum Satzspiegel erfährst du hier.

Schusterjunge

Schusterjunge ist die Bezeichnung für die erste Zeile eines neuen Absatzes, die auf der letzten Seite einer Seite steht. Das gilt im Buchsatz als unschön und ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Es sollten mindestens zwei Zeilen von einem Absatz am Seitenende stehen. Auch eine Zwischenüberschrift sollte nicht am Zeilenende stehen. Dafür versucht man, den Text behutsam zu kürzen oder „einzubringen“ oder Text zu verlängern, also „auszubringen“. Natürlich, ohne den Sinn zu verändern. Das Gegenteil von Schusterjunge sind Hurenkinder. Merken kannst du dir das, weil die Schuhe „unten“ an den Füßen sind. 

Text einbringen/ausbringen

Text ein- und ausbringen meint das Kürzen oder Verlängern von Text, um unschöne Trennungen am Zeilenende, Zwischenüberschriften auf der letzten Zeile oder Hurenkinder und Schusterjungen zu vermeiden. Dabei geht man Absatzweise vor, prüft Wortabstände und Silbentrennungen und versucht den Absatz passend zu machen. Früher wurden Schusterjungen und Hurenkinder als schwerer Satzfehler geächtet, heute sieht man das nicht mehr so eng.

Versalien

Versalien sind Großbuchstaben oder auch Majuskeln. Damit kannst du einzelne Wörter HERVORHEBEN. Vermeide aber, längere Textpassagen oder ganze Absätze in Versalien zu schreiben, weil das anstrengend zu lesen ist. Es gilt sogar als aggressiv, laut und dominant.

Vieraugenprinzip

Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Deshalb sollte ein anspruchsvolles Lektorat und Korrektorat auch immer von zwei unterschiedlichen Personen durchgeführt werden. Zumindest in zwei getrennten Arbeitsdurchgängen für Lektorat und Korrekturlesen, denn das sind zwei völlig unterschiedliche Bereiche. Beim Lektorat geht es um die Optimierung eines Textes im Hinblick auf Aufbau, Stil, sprachlicher Ausdruck, inhaltliche Logik. Beim Korrekturlesen wird der Text mit dem Fokus auf Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Ausdrucksfehler geprüft.

Fotos von Mira Burgund

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